In den Arbeiten von Ingke Günther und Jörg Wagner spielt der genaue Blick auf die Sensationen, die der vermeintlich
›anale Alltag bietet, eine besondere Rolle. Dabei steht häufig die Gestaltung von ortsspezifischen Situationen im Vordergrund, die ungewöhnliche Begegnungen provozieren und Menschen involvieren. Ihren Aufenthalt in Loitz nutzen sie, um das ZUSAMMEN auf verschiedene Weise zu erproben und künstlerisch auszuformulieren. Sie werden zusammenarbeiten, zusammenfügen, zusammentragen, zusammen- bringen und dabei auf unterschiedliche Medien - wie Textzeichnung, Fotografie, Aktion oder Installation - zurückgreifen. Ganz bewusst setzen sie auf die Diversität ihrer Zugänge und Techniken, um auszuloten, was in Loitz für sie ansteht. Ihr Interesse an Alltagsphänomenen, Sammlungen, Begegnungen und regionalen Küchenkulturen wird sie dabei leiten Eine besondere Rolle werden unter anderem ihre Assemblagen von benutzten Abendbrot- oder Stullenbrettchen spielen, die sie im Rahmen ihrer andauernden Auseinandersetzung mit Abendbrotkultur gesammelt haben. Zudem werden sie als KOSTGÄNGER unterwegs sein und dafür werben, an Abendbrottische der Region eingeladen zu werden. Im Gegenzug bitten sie zum Abschluss ihres Aufenthaltes zum gemeinsamen Abendbrot im Gastraum des Künstler Guts Loitz.
Ingke Günther (1968) und Jörg Wagner (1969) leben in Giessen und sind seit 1999 als Künstlerpaar mit Aktionen, bespielten Installationen und Ausstellungen tätig. Dabei sind sie eher den Peripherien der Metropolen oder Randbereichen zugeneigt. Sie sind Teil der interdisziplinären Gruppe gärtner-pflichten, die gemeinsam künstlerische Projekte umsetzt und ein Museum für materielle Alltagskultur verantwortet: das
Gießkannenmuseum. Als Duo hatten sie von 2014 bis 2016 die künstlerische Gastprofessur am Institut für Kunstpädagogik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen inne. Günther und Wagner sind Mitglied im Deutschen Künstlerbund und im
1. Kioskclub 06, dessen Mitgründer:innen sie sind.
www.guentherundwagner.de
